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Am 23.08.2003 wurde an der Sperrmauer des Edersee das Projekt Wasserwand" von der Jugendfeuerwehr des Landkreises Waldeck-Frankenberg durchgeführt.
Auf der Sperrmauer standen zwischen den Türmen 1024 Jugendfeuerwehrleute und spritzten aus 512 Strahlrohren Wasser in beide Richtungen, 256 zur Seeseite und 256 zur Luftseite.
Die Planung und auch die Logistik waren eine wahre Meisterleistung. Am Sonnabendmorgen gegen 6:30 rückten die ersten Feuerwehr-Verbände an, das mitgebrachte Material - Pumpen, Schläuche und Strahlrohre - wurde umgeladen und mit LKW´s des THW zur Sperrmauer gebracht. Die Pumpen wurden auf Pontons des THW gesetzt und auf dem Wasserweg zur Sperrmauer gebracht, wo sie dann festgemacht werden konnten. Für diesen Zweck hatte das Wasser- und Schiffahrtsamt Haken an der Mauer angebracht.
Durch die lange Trockenheit war der Wasserspiegel des Edersees sehr stark gesunken, die Höhe bis zur Krone der Sperrmauer betrug mittlerweile 23 m , dadurch ergab sich, das die Schlauchleitungen einzeln gesichert werden mussten und durch die schräge Leitungsführung auch ein höheres Eigengewicht entstand.
Nach dem Aufbau der Schlauchleitung wurde eine Druckprüfung der einzelnen Abschnitte durchgeführt, die sehr viel Zeit in Anspruch nahm.
Der Aufbau, durchgeführt von der Feuerwehr der Gemeinde Vöhl mit ihren Ortsteilen, sah folgendermassen aus : jeweils eine Pumpe versorgte eine Verteiler-Einheit, bestehend aus vier hintereinander gekuppelten Verteilern, welche dann 9 Strahlrohre versorgen konnten. Zusätzlich kamen noch 4 Wasserwerfer zum Einsatz, jeweils 2 Werfer vor den Tortürmen in Richtung Seeufer.
Beteiligt waren an der Aktion neben den Feuerwehren auch THW, DRK, DLRG und die Wasserschutzpolizei.
Hier nun einige Zahlen :
Länge der Sperrmauer zwischen den beiden Tortürmen : 239 m Gesamthöhe der Sperrmauer : 42 m Förderhöhe des Wassers : 23 m Länge der verlegten Schlauchleitungen : 12.480 m Eingesetzte Pumpen : 57 Eingesetzte Verteiler : 228 Eingesetzte Wasserwerfer : 4 Jugendfeuerwehrleute : 1024 Einsatzkräfte von Polizei, THW; DRK, DLRG und Feuerwehr : ca. 500
Anm. : In der lokalen Presse war ein Leserbrief abgedruckt, in dem die Wasserverschwendung" kritisiert wurde.
Richtig ist : Es wurde kein Wasser verschwendet, sondern 50 % wurden dem See, die anderen 50 % hinter der Sperrmauer über das Tosbecken der Eder zugeführt und kamen so der Weserschiffahrt zugute. Selbst das Wasser aus den entleerten Schläuchen lief wieder in den Edersee zurück. Lediglich ein kleiner Anteil Wasser wurde über die nasse Kleidung der Einsatzkräfte und Jugendlichen aus dem See verschleppt.
Robert Stutzmann, Gemeindebrandinspektor Allendorf (Eder)
P.S. : Der Weltrekordversuch wurde leider nicht anerkannt, da schon eine Wasserwand mit mehr Strahlrohren aufgebaut wurde, allerdings ohne grösseren Aufwand an einem Flußufer. Ich kann nicht verstehen warum der Versuch nicht anerkannt wurde, denn es gibt keinen Weltrekord einer Wasserwand auf einer Staumauer, da dieser erstmalig durchgeführt wurde. |